Zero Waste Business: Vermeidung von Greenwashing
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- AM 3. November 2022

Gute Zero-Waste-Praktiken anwenden

Null Abfall ist in Mode, und das ist auch gut so! Aber Vorsicht: Paradoxerweise können wir dazu verleitet werden, Dinge zu kaufen, die selbst Abfall produzieren oder die einen hohen Verbrauch an neuen Ressourcen haben. Entschlüsselung mit Laura Frouin, Projektmanagerin bei der Organisation Zero Waste France[1]*

 

Hallo Laura!
Beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme: Wie viele Menschen praktizieren Zero Waste in Frankreich, was ist der Trend?

Hallo! Es gibt noch keine Studien zu diesem Thema, allerdings wurde eine echte Begeisterung seit 2016-2017 für Null-Abfall, vor allem durch Bücher, die auf große Resonanz gestoßen sind, wie die von Béa Johnson und dank des Aufschwungs von Läden, in denen lose Ware verkauft wird. Dies hat einen Lebensstil ans Licht gebracht, der bereits existierte.

Heute weiß fast jeder, was Zero Waste ist, und viele Menschen praktizieren es auf verschiedenen EbenenDie meisten Menschen, die sich in der Schule aufhalten, haben keine Lust, sich zu engagieren, z. B. durch den Kauf von Secondhand-Kleidung.


Kann man sagen, dass es mittlerweile eine Mode und ein Geschäft für Null-Abfall gibt?

Zum besseren Verständnis gehen wir noch einmal auf die Definition von Zero Waste ein. Null Abfall ist die 5R-Pyramide. Die Priorität ist ablehnenSie sollten sich fragen, ob Sie einen Gegenstand wirklich brauchen. Anschließend geht es darum reduzierenSie sollten nur das Nötigste kaufen und Verschwendung vermeiden. wiederverwendenSie sollten Gebrauchtwaren, Mieten und Schenken gegenüber dem Neukauf bevorzugen. Schließlich geht es darum recyceln und von zurückgeben - kompostieren.

Ausgehend von dieser DefinitionBei Zero Waste geht es in erster Linie darum, keine neuen Einwegartikel zu kaufen. Einige davon können sehr praktisch sein, wie z. B. Tupperware und Menstruationshöschen. Wenn wir dazu verleitet werden, Null-Abfall-Gegenstände zu erneuern, weil sie schön oder modisch sind, dann geht die DNA von Null-Abfall verloren und es kommt tatsächlich zu einem Drift.

 

Welches sind die Paradebeispiele für diese Fehlentwicklung?

Zu den symbolträchtigsten Beispielen gehören Tote Bags, Trinkflaschen und Becher. Ich möchte betonen, dass diese drei Gegenstände im Prinzip gute Ideen sind, vorausgesetzt, man hat nicht 36 davon und verwendet sie wirklich wieder!

Es ist also immer ein bisschen der Wahnsinn der Tote Bags Alle Veranstaltungen und Unternehmen wollen ihre Tote Bag mit Logo. Tote Bags haben jedoch eine viel größere Auswirkung auf die Umwelt als Plastiktüten. Sie werden aus Baumwolle hergestellt, verbrauchen viel Wasser und werden oft am anderen Ende der Welt produziert. Nach Angaben der dänischen UmweltagenturUm eine bessere CO2-Bilanz als eine Plastiktüte zu erzielen, muss ein Tote Bag mindestens 149 Mal verwendet werden, und zwischen 7.000 und 20.000 Mal, um eine bessere Umweltbilanz zu erzielen. Bei Zero Waste France raten wir von der Herstellung von Tote Bags ab: Die Verbraucher brauchen sie nicht mehr wirklich, da sie bereits welche haben.

Genau das Gleiche gilt für Trinkflaschen, die überwiegend aus Edelstahl hergestellt werden und sehr oft aus China stammen.

Schließlich sollten wir uns vor der Begeisterung für Plastikbecher hüten, die bei Veranstaltungen wie Festivals einfach verschenkt werden. Trotz des Pfandsystems ist die Rücklaufquote immer noch gering. Bei Zero Waste France fordern wir die Organisatoren von Veranstaltungen dazu auf, neutrale Becher zu verwenden, damit die Festivalbesucher dazu ermutigt werden, sie mitzunehmen, anstatt sie zu Hause zu behalten.

 

Welche Tipps hast du, um nicht in die falschen Bahnen des Zero Waste zu geraten?

In erster Linie geht es darum sich an die 5R-Hierarchie erinnernSie sollten sich zunächst fragen, ob Sie einen Gegenstand wirklich brauchen, und wenn ja, ob Sie ihn mieten, verschenken, aus zweiter Hand kaufen oder selbst herstellen.

Zweitens: Wenn wir kaufen - und wenn es möglich ist - bevorzugen wir dielokaler und unabhängiger EinkaufWenn du in Paris wohnst, kannst du auch in einem Geschäft in deiner Nähe einkaufen. das Haus des Null-Abfalls die von Zero Waste France im 12. Arrondissement gegründet wurde. Konkret bedeutet lokal einkaufen zum Beispiel die Flucht vor Bienenwraps die außerhalb Europas oder Frankreichs hergestellt wurden!

Das letzte Wort?

Neben den Auswüchsen des Zero Waste Business beschäftigt uns derzeit vor allem das weit verbreitete Greenwashing von Marken.Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass sich die Kunden zunehmend Sorgen um die Umwelt machen. Sie spielen sehr stark mit Worten, wie z. B. der Recyclingfähigkeit eines Produkts, seiner Nachhaltigkeit oder der Abfallvermeidung... Doch oft ist das nur Kommunikation! Dahinter steht überhaupt keine Infragestellung des wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Modells. Wir fordern die Verbraucher daher zu doppelter Vorsicht auf!

Auch Verbände reichen Klagen wegen Greenwashing ein, wie derzeit von Zero Waste France gegen Adidas und New Balance[6]. New Balance rühmt sich zum Beispiel damit, die Plastikkrise zu beenden, indem sie Turnschuhe verkauft, die zu 50% aus Recycling stammen.

Schließlich ist es wichtig, dass der Staat Gesetze erlässt zu diesem Thema. So ist der Begriff biologisch abbaubar nun verboten, da er nichts aussagt... Jedes Material wird irgendwann biologisch abgebaut, aber manchmal erst nach Hunderten und Tausenden von Jahren, wie z. B. Plastik.

Ein großes Dankeschön an Laura für ihre Verfügbarkeit!

Zero Waste Frankreich ist ein führender Umweltverband, der seit 25 Jahren für die Reduzierung von Abfall an der Quelle sowie für eine bessere Abfallwirtschaft kämpft.

    Dieses Interview wurde geführt von Agathe L.Ihr Motto: "Man ist nie zu klein, um etwas zu bewirken" (Greta Thunberg).

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